Reinigungsverfahren

Seitdem Hygieneprogramme eingeführt wurden, müssen Reinigungs- und Sterilisierungsprozesse für alle lebensmittelverarbeitenden Anlagen entwickelt werden. Das Ziel der Reinigung und Sterilisierung von Oberflächen im Kontakt mit Lebensmitteln ist, die für das Bakterienwachstum notwendigen Nährstoffe zu entfernen und bereits vorhandene Bakterien abzutöten.
Definitionen
- rein: frei von Schmutz, Flecken, Verunreinigungen oder im Allgemeinen sauber
- keimfrei: frei von gesundheitsgefährdenden Bestandteilen, Reduzierung von Mikroorganismen
- desinfiziert: bezieht sich auf leblose Objekte und der Zerstörung von allen vegetativen Zellen (nicht Sporen)
- sterilisiert: bezieht sich auf die statistische Zerstörung und Entfernung von allen lebenden Osganismen
ERIKS besitzt viel Erfahrung in der Auswahl geeigneter Materialien und Produkte, um Problemen zu umgehen, die bei Reinigungsverfahren der Lebensmittel-, Getränke- und pharmazeutischen Industrie entstehen können.
Manuelle Reinigungsverfahren
Diese Verfahren können durch Reinigungspersonal durchgeführt werden, mit Hilfe von
- Eimer, Bürsten, Schläuchen oder
- HPLV-Systemen (High Pressure Low Volume) über Sprühpistolen oder
- durch Aufschäumen (Reinigung primär durch chemischer Einwirkung)
Mechanische Reinigungsverfahren
Das System nutzt einen sich hin- und herbewegenden Tank, um die demontierten und in ihm eingelegten Komponenten (Anlagenteile und kurze Stücke des Leitungsystems) zu reinigen.
CIP (Clean-In-Place)
Dieses Reinigungsverfahren erfolgt üblicherweise durch chemischen Einfluss von Spül- und Waschlösungen, die durch Sprüh- oder Druckumwälzung unter kontrollierten Bedingungen von Zeit, Temperatur und Konzentration zum Einsatz kommen. Es beinhaltet die Waschung von Prozess- und Lagertanks, dem Leitungsystems und integrierten Anlagen.
SIP (Sterilization-In-Place)
Der Zweck dieses Verfahrens ist die Sterilisierung aller sterilen produktberührenden Bauteile im eingebauten Zustand, um so den Gebrauch von aseptischen Zusatzgeräten oder Verbindungen zu vermeiden oder minimieren.
| Chemikalie | Beispiel | Konzentration | Temperatur °C | Zeit | Reinigungs- verfahren |
|---|---|---|---|---|---|
| Chlorierte Alkali | Milde Natronlauge-Lösung | max. 0,5% | 55-70 | 5-22 | CIP |
| Saure Spülmittel | Spülmittel, Frischwasser, Säurelösung | pH 5,5-6,0 | RT | - | CIP |
| Starke Alkali | Natronlauge | 0,5-5% | bis 90 | 45-90 | CIP |
| Starke Säuren | Phosphorsäure, Salpetersäure |
pH-2 | 75-90 | 20-30 | CIP |
| Desinfizierer | Natriumhypochlorid | 200 ppm aktives chlor | kalt | a couple of | CIP |
| Heißwasser | - | - | 80-90 | - | CIP |
| Dampf | - | - | +130 | - | SIP |
Dichtungsanforderungen
Die Anforderungen an die Dichtungen und Kunststoffteile sind:
- chemische Beständigkeit gegenüber das Produkt/Medium
- chemische Beständigkeit gegenüber das verwendete CIP-Medium
- gut zu reinigende und sterilisierende Dichtungsoberfläche
- gute Beständigkeit gegenüber Abrieb und Verschleiß
- ungiftiger Dichtungswerkstoff
- totraumfreier Einbau
Beständigkeit
Zusätzlich zu den gerade genannten Punkten besitzen die nachfolgenden Parameter einen starken Einfluss auf die Qualität des Reinigungsprozesses und Lebensdauer der Dichtung:- Eintauch-/Quelldauer
- Temperatur
- Art des Reinigungsmediums
- Konzentration der Reinigungslösung
| Werk- stoff | Salpeter- säure 85°C, 2% |
Natron- lauge 85°C, 3% | Dest. Wasser 100°C | Dampf 140°C | Natrium- hypo- chlorid- Lösung 70°C, 5% | Natrium- hypo- chlorid- Lösung 70°C, 3% | Natrium- hydroxid- Natrium- carbonat- Lösung 70°C, 3% | Wasser- stoff- peroxid- Peressig- säure- Lösung 50°C, 3% |
3-A Sani- tary stan- dards 18-03 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| PUR |
+ | + |
+ | - |
+ | + | + | + | Class 1,3** |
| NBR |
(-) | + | + bei 70°C | (-) | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. |
| H-NBR |
(-) | + | + | - | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. | k.D.v. |
| Silicone |
- | (-) | + | (-) | k.D.v. | + | + | k.D.v. | k.D.v. |
| Viton® | (o) | o | o | - | o | + |
+ | + | Class 1 |
Eintauchdauer: 168 Stunden
k.D.v.: keine Daten vorhanden
(+,o,-): k.D.v., möglicherweise +, o oder –
** Class 1,3: alle Tests für Class 1 bestanden, mit Ausnahme von der Temperaturbeanspruchung des Produkts/Mediums bei Sterilisierung (möglich bis 100°C)
+: beständig
o: eingeschränkt beständig
-: nicht beständig